Emil Lappann
NaturFreund · Sozialdemokrat · Widerstand · Neubeginn
Emil Lappanns Biografie verbindet die Essener NaturFreunde der Weimarer Republik mit Verfolgung im Nationalsozialismus und dem Wiederaufbau nach 1945.
Emil Lappann wurde am 25. November 1886 in Königsberg geboren. Später lebte und arbeitete er in Essen; ab 1909 ist eine Beschäftigung bei Krupp dokumentiert. Seine Biografie ist eng mit der Arbeiterbewegung und den Essener NaturFreunden verbunden.
NaturFreund und Teil der Arbeiterbewegung
Lappann gehörte der SPD, der Sozialistischen Arbeiterjugend, dem Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, dem ADGB und dem Touristenverein „Die Naturfreunde“ an. Ende der 1920er Jahre übernahm er den Vorsitz der Essener Ortsgruppe und führte sie bis zum Verbot 1933. In seine Amtszeit fällt auch die Suche nach einem Gelände für das spätere Ruhrtalhaus; 1931 wurde ein Pachtvertrag für das Gelände am Flughafen Essen/Mülheim erreicht.
Demokratie verteidigen
Mit der Zuspitzung der politischen Lage engagierte sich Lappann auch in der Eisernen Front. Die ausgewerteten Unterlagen führen ihn im Essener Umfeld der Organisation und im Zusammenhang mit Gegenprotesten gegen nationalsozialistische Aufmärsche am Burgplatz. Damit stand er nicht nur als Vereinsfunktionär, sondern auch politisch sichtbar gegen die Nationalsozialisten.
Verfolgung nach 1933
Am 2. Mai 1933 kam es zu Hausdurchsuchung und Verhaftung. In seinen Entnazifizierungsunterlagen wird festgehalten, dass er wiederholt inhaftiert wurde. Nach Jahren der Arbeitslosigkeit verlor er 1934 eine Beschäftigung wegen politischer Unzuverlässigkeit. Die Akten dokumentieren anschließend unterschiedliche berufliche Stationen, unter anderem als Elektriker, Schweißer und Dreher.
Neubeginn 1945
Am 16. September 1945 trafen sich 15 NaturFreund*innen zum Wiederbeginn der Essener Ortsgruppe. Lappann übernahm erneut den Vorsitz und führte die Gruppe bis 1950. Seine Person bildet damit eine unmittelbare Brücke zwischen der demokratischen NaturFreunde-Arbeit vor 1933 und dem Wiederaufbau nach der Diktatur.
Die wichtigsten Stationen
Emil Lappann wird in Königsberg geboren.
Eine Beschäftigung bei Krupp ist in seinem Lebenslauf dokumentiert.
Lappann übernimmt die Leitung der NaturFreunde-Ortsgruppe Essen.
Der Kreis um die Ortsgruppe treibt Suche und Pacht des Geländes voran.
Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wird Lappann verfolgt.
Eine Entlassung wegen "politischer Unzuverlässigkeit" ist dokumentiert.
15 NaturFreund*innen beginnen die Essener Arbeit neu; Lappann übernimmt erneut Verantwortung.
Lappann führt die wiederaufgebaute Ortsgruppe.
Grundlage sind die NaturFreunde-Chronik, ältere Vereinschroniken und ausgewertete Entnazifizierungsunterlagen. Einzelne Amtsdaten 1927/1928 werden in den Beständen noch unterschiedlich geführt.