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NATURFREUNDE ESSEN-WEST/OST · PETITION AN DEN RAT DER STADT ESSEN Erstunterzeichnung · persönliche Freigabe

Staunen statt Knallen – Essen muss Vorreiterin werden

Für einen sicheren, tierfreundlicheren und umweltverträglicheren Jahreswechsel in Essen.

3Bestätigte Mitzeichnungen
2Organisationen

Die Erstunterzeichnungsphase läuft. Alle Mitzeichnungen benötigen vor ihrer Zählung eine persönliche Freigabe. Öffentlicher Start: 09.11.2026 · 18:00 Uhr.

UNSER ANLIEGEN

Warum Essen handeln muss

Silvester soll ein Fest bleiben. Doch die Folgen massenhafter privater Pyrotechnik tragen nicht allein diejenigen, die sie kaufen: Kinder, Unbeteiligte, Tiere, Kranke und Einsatzkräfte sind betroffen. Essen wurde 2017 als Grüne Hauptstadt Europas ausgezeichnet. Aus diesem Anspruch soll konkretes Handeln werden.

WISSENSCHAFTLICHER HINTERGRUND

Fakten statt Böller-Rhetorik

In Deutschland dokumentierten Augenkliniken zum Jahreswechsel 2025/2026 insgesamt 764 feuerwerksbedingte Augenverletzungen. Für die vorausgegangenen vier Jahreswechsel wurden 193 (2021/22, mit pandemiebedingten Verkaufsbeschränkungen), 838 (2022/23), 781 (2023/24) und nach einer Veröffentlichung der DOG 905 (2024/25; abweichend nennt ein späterer Kongressbeitrag 881) Fälle berichtet. Dabei handelt es sich um Augenverletzungen und nicht um die Gesamtzahl aller Feuerwerksverletzungen.

Das Umweltbundesamt schätzt die jährlichen Feinstaubemissionen durch Feuerwerk in Deutschland auf rund 2.050 Tonnen PM10, davon etwa 1.700 Tonnen PM2,5. In Essen wurde an der Gladbecker Straße am 1. Januar 2026 ein PM10-Stundenwert von 377 µg/m³ gemessen. Das ist ein Stundenmesswert und kein Tagesmittel.

Studien zeigen erhebliche Fluchtreaktionen von Wildvögeln und Belastungen für Haustiere. Auch in Essen sind die Belastungen bekannt: Die Stadt rief am 16. Dezember 2025 selbst dazu auf, auf Feuerwerk zu verzichten, um Unfälle zu vermeiden und Krankenhäuser zu entlasten. Ein Appell allein ist keine ausreichende Strategie.

Die NaturFreunde Deutschlands sprechen sich seit ihrem Bundeskongress 2021 gegen private Silvesterknallerei aus und unterstützen die bundesweite Kampagne #Böllerciao. Unsere Essener Petition konkretisiert, was Stadt und Rat unmittelbar tun und auf Landes- und Bundesebene einfordern können.

UNSER AUFRUF

Wir fordern einen echten Kurswechsel

Wir unterzeichnenden Einwohner*innen, Unterstützer*innen und Organisationen bitten den Rat der Stadt Essen, unverzüglich eine verbindliche kommunale Strategie zur Verringerung der Schäden durch Silvesterfeuerwerk zu beschließen.

Essen soll als ehemalige Grüne Hauptstadt Europas 2017 vorangehen: bei eigenen Veranstaltungen auf Unterhaltungsfeuerwerk verzichten, rechtlich mögliche Schutzmaßnahmen nutzen, Daten offenlegen und gemeinsam mit der Stadtgesellschaft attraktive, möglichst pyrotechnikfreie Alternativen entwickeln. Unsere Forderungen richten sich zugleich an Bund und Land, wo die Stadt über das geltende Sprengstoffrecht hinaus politische Initiative ergreifen muss.

Wir wollen Silvester nicht abschaffen. Wir wollen es besser machen.

  1. Die Stadt Essen beendet Feuerwerke bei eigenen und selbst beauftragten Veranstaltungen. Für kommunale Unternehmen, Förderungen und Vergaben werden rechtssichere Umwelt- und Lärmstandards erarbeitet.
  2. Der Rat beschließt einen ressortübergreifenden Aktionsplan für einen sicheren und umweltverträglichen Jahreswechsel mit Zuständigkeiten, Fristen und öffentlichem Jahresbericht.
  3. Geeignete örtliche Schutzbereiche sowie rechtlich zulässige Einschränkungen und wirksame Kontrollen werden konsequent geprüft und umgesetzt.
  4. Ein möglichst kostenloses, barrierearmes öffentliches Silvester-Pilotangebot ohne klassische Pyrotechnik wird geprüft – etwa eine Licht- oder Drohnenshow unter unabhängiger natur- und artenschutzfachlicher Begleitung.
  5. Stadt und Beteiligte erfassen anonymisierte, vergleichbare Daten über feuerwerksbezogene Verletzungen, Feuerwehreinsätze, Luftschadstoffe, Lärm sowie Abfall- und Reinigungskosten.
  6. Tierheime, Wildtierlebensräume, Pflege- und Gesundheitseinrichtungen sowie besonders lärmempfindliche Menschen werden beim Schutzkonzept berücksichtigt.
  7. Die Stadt ermöglicht Beteiligung von Einwohner*innen, Jugendorganisationen, Umwelt-, Tier-, Sozial- und Gesundheitsverbänden.
  8. Essen setzt sich gegenüber Bund und Land für ein wirksames bundesweites Verbot privater Silvesterpyrotechnik und größere kommunale Handlungsspielräume ein.
  9. Ein transparentes Monitoring über mindestens drei Jahreswechsel überprüft Wirksamkeit und Kosten aller Maßnahmen.
  10. Essen lädt weitere Ruhrgebietsstädte zum Austausch über erprobte Maßnahmen ein und macht als ehemalige Grüne Hauptstadt Europas übertragbare Ergebnisse öffentlich.

Erstunterzeichner*innen & Unterstützende

Namen werden nur veröffentlicht, wenn die betreffende Person oder Organisation ausdrücklich zugestimmt hat.

3 gültige Mitzeichnungen insgesamt3 namentlich sichtbar0 ohne öffentliche Namensanzeige

Organisationen, die mitzeichnen 2

Naturfreundejugend Kreisverband EssenMitzeichnende Organisation
NaturFreunde Essen-West/Ost e.V.Mitzeichnende Organisation

Menschen, die mitzeichnen 1

  • Simon GrundmannErstunterzeichnung

Alle gültigen Mitzeichnungen werden gezählt. Namentlich erscheinen nur Personen und Organisationen, die ihre Veröffentlichung ausdrücklich erlaubt haben. Die Listen lassen sich vollständig durchblättern; E-Mail-Adressen und Vertretungsangaben bleiben intern.

Quellen & vollständiges Positionspapier

Die wissenschaftlichen Werte und ihre Erhebungsgrenzen sind im Positionspapier erläutert. Einzelne Jahreswerte und Messzeiträume sind nicht unbegrenzt vergleichbar.

Positions- und Forderungspapier (PDF) ↗